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Geschicht­liche Einordnung

Das Gebäude ist ein Zweckbau aus dem Jahre 1922 und wurde als Wohn- und Geschäftshaus für die damalige Reichsbank errichtet. Es muss dem Baustil „Reformarchitektur“ zugeordnet werden, einer Architektur, wie sie um 1920 der Deutsche Werkbund und z. B. auch Hermann Muthesius [1861-1927] propagierte. Der Bau, ein Ziegelbau, ist beträchtlich im Gesamteindruck mit Neurenaissance-Zitaten versehen, wie z. B. das Dachgesims, die Sterne aus Keramik an den Fensterecken, die großen Bogenfenster (den sogenannten Palladio-Fenstern nachempfunden) und wohl auch die Gewölbeandeutung am nordöstlichen Haupteingang der ehemaligen Bankräume. Deutlich wird aber doch das Streben nach sachlichen Formen.

Der Bau des Gebäudes als mecklenburgische Reichsbank wurde im Frühjahr 1922 begonnen und im November des gleichen Jahres der Benutzung übergeben. Vorher unterstanden die mecklenburgischen Reichsbank­nebenstellen der Reichsbankstelle Lübeck. Es entstand seinerzeit der Wunsch nach einer selbstständigen Reichsbankstelle. Zunächst kam hier die Landeshauptstadt Schwerin infrage. Aufgrund der Größe des Verwaltungsgebietes führte wenige Zeit später zu dem Beschluss, eine weitere selbstständige Bankanstalt in Rostock vorzusehen, deren Neubau im Herbst des Jahres 1924 der Nutzung übergeben wurde.

Da die Bauplatzfrage seinerzeit in Schwerin ziemlich schwierig war, da im Stadtinneren Grundstücke mit gutem Baugrund nicht verfügbar waren, wurde an der Ecke des Toten Dammes ein an und für sich kleines Grundstück für diesen Zweck gewählt, dessen Flächen durch Überbauung der Baufluchten zu vergrößern, erst durch das Entgegenkommen der Stadtbau­verwaltung möglich wurde. Dadurch gelang es, das Gebäude so zu stellen, dass es als Abschluss der steil aufsteigenden Straße für das Stadtbild eine besondere Bedeutung gewann.
Die Nachbarschaft eines außerordentlichen Schulgebäudes ergab für den Bankhausbau den Zwang, große ruhige Flächen herzustellen, um damit gegen die überragende Masse des doch stattlichen Schulgebäudes bestehen zu können. Um diese Flächenwirkung gleichzeitig interessant gestalten zu können, wurde die Ausführung als ziegelsichlige Fassade gewählt, für die die erforderlichen Ziegel in Handstrich in einer nahe gelegenen Ziegelei hergestellt wurden. Um die Ansichtswirkung der Ziegel­fassade zu erhöhen, wurde in sparsamer Weise mit schwarzen Glasuren als Einfassung der Gebäudeecken gearbeitet. Die Durchleitung der Bürgersteige durch überbaute Kolonnaden führte zur Ausbildung eines übereck angeordneten Einganges, dessen Überleitung in die Längsachse des Gebäudes durch einen rund ausgebildeten Vorraum vermittelt wurde. Im Keller­geschoss waren Tresor- und Umkleideräume, in den Obergeschossen waren Dienst­wohnungen für Vorstands-, mittlere und Unterbeamte untergebracht.

Nutzung des Gebäudes (neben der Wohn­nutzung in den Ober­geschossen):

1924 - 1949

Reichsbankstelle Schwerin

1949 - ?

Emissions- und Girobank Mecklenburg-Schwerin/Deutsche Notenbank

mind. 1974 - 1984

Stadtbibliothek

1984 - 1990

Zweigstelle der Staatsbank der DDR

1991 - 2009

Filiale der Deutschen Bundesbank

2010 - 2017

Klavierhandel und Musikschule
Quellen:

  • eine Textabschrift „Deutsche Bauzeitung“ 58. Jg. 1924
  • Archive der deutschen Kreditwirtschaft: ein Verzeichnis, Franz Steiner Verlag 1998
  • Architekturbüro R+R de Veer (Architekten & Ingenieure) Schwerin – Rom, Tel. +49 385 758 22 55, E-Mail: r.deveer@a-dv.de